Interview mit einem benachbarten Imker

Imker*innen finden sich in fast jedem Dorf in Deutschland. Auch in dem kleinen Dorf Escherode in Südniedersachsen, in dem Lukas wohnt gibt es mehrere Imker*innen. Mit einem von ihnen haben wir uns vergangene Woche für ein Interview getroffen. Daran wollen wir euch teilhaben lassen:

Routinierter Imker
Er macht das Imkern seit 40 Jahren, sein Vater hat es ihm beigebracht.  Er betreibt eine kleine Nebenerwerbsimkerei mit 20 Bienenvölkern, in der er selbst die Beuten baut. Er hat keine großen Varroaprobleme. Und auch keine wirklich großen Verluste über den Winter. 10% immer und auch mal 30%, aber im Rahmen.

Er hat auf jeden fall ein sehr routinierten und effizienten Ablauf beim Imkern und irgendeine Umstellung, zb die Bienenvölker auf einmal Schwärmen zu lassen statt Schwarmverhinderung zu betreiben kommt ihm nicht in den Sinn.

Aktivität in der Imkerei-Szene/ im Netzwerk:
Er tauscht sich aus mit Imkerverein Kassel, liest in Foren/googelt bei Problemen und bekommt „Die Biene“. Er ruft auch mal bei Fragen bei den Bienenberater*innen der Bieneninstitute an, die kommen auch 1 Mal im Jahr zum Imkerverein für einen Vortrag.

Infos rund ums Schwärmen
Zum Schwärmen: „Die Völker sollen ja nicht schwärmen, dann ist ja die Königin weg und die Bienen und der Honig.“

Vorteil beim Selbst-Ableger-Machen: Man hat den Zeitpunkt mehr oder weniger selbst in der Hand und bei einem Alert durch ein Sensorsystem müsste er dann auf jedes einzelne Volk eingehen. Momentan handhabt er das so: So um den 10. Mai rum guckt er in die Völker und wenn die Weiselzellen haben macht er für alle Völker Ableger.

Zu Citizen Science-Ansätzen:
Wenn das seinen Betrieb nicht stört und für ihn keine Kosten entstehen, dann könnte er sich vorstellen, ein Sensorkit einzubauen und die Daten zu teilen (für ein Forschungsprojekt).

Er sagt dazu: „Der Nutzen für mich ist mir noch unklar, da kann ich nichts versprechen. Da würden dann die Informationen in einem Flyer oder einer Mail zu mir kommen, oder? Da kann ich noch nicht sagen, ob mir das was nützt.“

Zu seinem Arbeitsaufwand als Bedenken zum Citizen Science Projekt: „Mit 20 Völkern (neben 40h-Job) bin ich schon gut ausgelastet. Da kann ich nicht noch 20 h im Jahr für sowas (Sensoren, Datenmessung und co.) aufbringen. Das muss sich in seinen Betriebsablauf einsortieren.“

Imkerei und Effizienz:
Generell macht er alles (Ableger, Varroabehandlung, etc.) in einem Rutsch für alle seine Völker. Deswegen war er auch skeptisch gegenüber Sensoren in einzelnen Bienenstöcken, weil er es so genau eigentlich gar nicht wissen möchte… Er sagt: „Du kannst nicht auf jedes einzelne Volk eingehen.“ Das können nur die machen, die zwei drei Völker haben. Auch bei der Varroabehandlung geht er so vor: Wenn er merkt, dass ein zwei Völker starken Befall haben, behandelt er gleich alle 20, weil er sagt, das macht kein großen Unterschied vom Arbeitsaufwand her. Und wenn er für jedes einzelne Volk einzeln rausgehen würde, müsste er sich ständig in volle Montur werfen und sein Equipment bereit machen.

Sein Ertrag ist sehr ungleich auf die Völker verteilt: „Manche liefern 100 kg, andere kann ich gar nicht abschleudern.“ Wenn er soviel Honigertrag hat wie er Zucker eingesetzt hat (im Durchschnitt für alle seine Völker) dann ist das gut. Momentan füttert er jedem Volk 20 kg Zucker zu.

Informationen, die er sich aus dem Bienenstock wünscht:
Was ihn interessiert, wenn er zum ersten Mal die Völker aufmacht im April: Ist die Königing da, ist das Volk in Ordnung. Später interessiert ihn das Gewicht.
Bei der Ameisensäure Behandlung soll es nicht wärmer als 25 Grad sein. Um das genau zu wissen und wie die „Temperaturverteilung“ ist, fände er es interessant einen Sensor im Bienenstock zu haben.

Imkerei und das Alter
„Kästen runterheben geht auf den Körper“ → Wenn man die Bienen nach Weiselzellen durchsucht

Er hat sich gerade eine automatische Schleuder für 2500 Euro gekauft, weil er vom manuellen Schleudern immer einen Tennisarm bekommen hat.

 

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