Temperaturkurven

Seit gestern können wir unseren Bienen nicht nur im Inneren des Stocks zuhören, sondern sehen auch, wie warm es bei Ihnen ist!

Vor einer Woche haben wir den Livedaten schon eine Temperaturkurve hinzugefügt, die die Temperatur am Eingang des Bienenstocks anzeigt. Gestern haben sich Ron und Daria nun gemeinsam drangesetzt, nicht nur die Temperatur am Stockeingang, sondern auch im Inneren des Stockes zu messen! Dafür war ein bisschen Bastelei notwendig, um die Temperatur-Sensoren miteinander zu verlöten, und an das Raspberry Pi anzuschließen, und ein bisschen „Rumcoden“ um die gemessenen Werte in einem gemeinsamen Graphen schön darzustellen.

So sehen die fertig verlöteten Temperatur-Sensoren aus.
Daria versucht sich am Löten …
… und Ron übernimmt derweil die Programmierung.

Natürlich wurden das um die Temperatursensoren erweiterte RaspberryPi auch direkt wieder im Bienenstock in Jena zum Einsatz gebracht!

Zunächst musste Platz geschaffen werden für die Kabel der Temperatursensoren
Dann wurden die Bienen ein wenig geärgert

 

 

So sieht nun unser neu verkabelter Bienenstock aus!

 

4 Antworten auf „Temperaturkurven“

  1. Auch, wenn ich weiß, dass derEinsatz der Temperatursensoren noch im Entwicklungsstadium ist, hier ein Hinweis :
    I.d.R. liegt das Brutnest zentral ( und eigentlich nur das ist von Interesse ), also sollte die Kabeleinführung auch rückseitig zentral erfolgen. Außerdem ist die 60 mm Leiste, die dann mit einer Aussparung zu versehen ist, auch schnell wieder mal getauscht, im Gegensatz zur 520 mm langen Seitenwand ( ich glaube, die Liebigbeute zu erkennen ).

    Spätere praktische Anwendungen sind nach meiner Erfahrung mit einem bloßen Kabel aber nur Kinderkram, weil die Tierchen das Ganze natürlich „einbauen“. Es gibt einige Methoden, dies zu verhindern, die aber alle recht aufwändig sind und für die Praxis untauglich. Ich selbst tendiere zu einer Art „Tauchrohr“

    Viel Erfolg !

    Kurt

    1. Noch eine Ergänzung :

      Rein theoretisch ist die Temperaturerfassung natürlich völlig unproblematisch ( zumindest mit Jessie, mit IoT gab es bis vor einem Jahr für Dallas bzw. heute Maxim n i c h t s ). Unter XP setze ich mehrere DS1820 seit zwanzig Jahren in meiner Heizungssteuerung ein.

      Die Crux liegt ausschließlich in der Praxis :

      Wie bereits erwähnt, ist nur das Brutnest selbst interessant. Selbst, wenn man es schafft, den Sensor in seiner Mitte zu platzieren und die Bienen daran zu hindern, ihn zu verkitten, ist außer einer Momentaufnahme nichts gewonnen : Im Herbst befindet sich i.d.R. ( ein großer Teil ) des Brutnests in der unteren Zarge, es wandert aber im Laufe des Winters und zeitigen Frühjahrs nach oben. Das heißt aber, dass man dann allenfalls Werte nahe der Außentemperatur erfasst, die keinerlei Aussagekraft mehr haben. Gerade zu dieser Zeit ist aber die Information von Bedeutung, man will ja Aussagen über das Brutverhalten treffen können !

      Bliebe die Möglichkeit, mit mehreren Sensoren zu arbeiten oder das Volk im Februar auseinander zu reißen, um den Sensor neu zu platzieren. Das ist aber, gelinde gesagt, schwer vermittelbar.

      Der gestandene Imker lächelt mitleidig, erfasst die Außentemperatur, bildet das Mittel zwischen Tages – und Nachtwert und wenn das dauerhaft über 6° C liegt, sind die Völker in der Brut. Ende der Diskussion !

      Und, wenn nicht, wird sich ein Volk bei der Frühjahrsdurchsicht als weisellos herausstellen. Der Unterschied zur Temperaturerfassung besteht darin, dass man mit Temperaturerfassung bereits früh den Verdacht hegen kann, mehr aber auch nicht. Es bleibt sowieso nur die Vereinigung mit einem anderen Volk. Eine Königin ist dann noch nicht auf dem Markt, es sei denn, man hat aufwändig in MiniPlus selbst welche überwintert.

  2. Danke Herr Manns für die Hinweise!

    Die Brutnesttemperatur über das ganze Jahr zu bestimmen ist tatsächlich eine Herausforderung, insbesondere wenn es die imkerliche Arbeit nicht stören soll.

    Eine Kabellose Sensorvariante wäre hier wohl am besten..

    Ein interessanten Temperatureffekt, den wir während der Schwarmzeit beobachten konnten war das „herabsteigen“ der Bienenmasse zum Ausgang hin. Dabei ist der Temperatursensor am Ausgang des Stocks auf sonst nur im Brutnest übliche 35°C gestiegen.

    viele Grüße

    1. Kabellose Lösungen sind natürlich technisch äußerst verlockend, ich habe sie in meinem eigenen Projekt aber bewusst vermieden. Das gilt nicht nur für eine Keule wie WLAN, sondern auch für die Spannungsversorgung ( ich arbeite in einem Bienenhaus ). Die benötigten
      Gleichstromspannungen zwischen 5 und 12 V für Pi, Waagen und USB – Hubs erzeuge ich aus der Netzspannung möglichst weit weg von den Völkern. Obwohl ich konkret naürlich nichts belegen kann, befürchte ich einen Einfluss nicht nur auf das Orientierungs- und Kommunikationssystem der Bienen.

      Auch bei einem kabellosen System ist aber das Problem der „Nachführung“ der Temperatursensoren nicht gelöst.

      Was das „Herabsteigen der Bienenmasse“ betrifft : Wurde der Sitz des Brutnests in der unteren Zarge auch visuell verifiziert ?

      Wenn dem so ist, kann das an der Betriebsweise liegen :

      Ich selbst entsorge im zeitigen Frühjahr die untere Zarge der zweizargig überwinterten Völker aus Hygienegründen und setze frische Mittelwände auf. Damit ist das Brutnest gezwungenermaßen zunächst unten und breitet sich erst danach nach oben aus.

      Wenn der Sitz nicht verifiziert wurde, ist folgendes eine mögliche Erklärung :

      Die Bienen müssen für eine konstante Temperatur des Brutnests sorgen. Dafür kann Heizen oder Kühlen erforderlich sein. In diesem Jahr war wohl eher Kühlen angesagt. Nur wohin mit der Wärme ? Natürlich am Sensor vorbei durch das Flugloch nach draußen ! Damit wäre die Abwärme und nicht die Temperatur des Brutnests selbst registriert worden.

      Wie effektiv das geschieht, kann man bei Volltracht nach frischen Nächten am frühen Morgen am Anflugbrett sehen. Hier stehen dann regelrechte Pfützen von Kondenswasser, verursacht durch die nächtliche Dehydrierung des eingetragenen Nektars. Oder man kann den Wärmestau
      an Abenden von sehr warmen Tagen an den Bienenbärten um das Flugloch herum erkennen. Hier geht oft ein Drittel des Volks „vor die Tür“, weil die Innentemperatur auf andere Weise nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.

      Man kann also in einigen Fällen einem Trugschluss aufsitzen, was mich wieder zu meinem Lieblingsthema bringt :

      Sensorik am und im Bienenvolk macht meiner Ansicht nach nur Sinn in Verbindung mit einer Erfassung und Auswertung der Umgebungsbedingungen. An erster Stelle ist hier eine Wetterstation zu nennen, die den Interpretationsspielraum anderer gemessener Werte oft schon stark einschränkt oder uns erst auf die richtige Spur bringt.

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